01. Januar 2016

Neujahrskracher am Elften

Wie unter "Talks" dem TiB-Archiv zu entnehmen ist, hat die allererste Gesprächsrunde von Bernd Dassel mit Dr. Willi Steul, dem ehemaligen SWR-Direktor und einstigem Bewohner der afghanischen Hauptstadt Kabul, am 8. Oktober 2001 stattgefunden. Mit dem heutigen 1.1.2016 geht der "Talk im Bock" in sein 16. Kalenderjahr. Und das startet am 11.1. mit einem richtigen Neujahrskracher. Denn der neue Moderator Andreas Müller erwartet zur 171. Veranstaltung den im israelischen Tel Aviv-Jaffa geborenen deutschen Historiker und Publizist Prof. Michael Wolffsohn (68).

Der an der Berliner FU ausgebildete Geschichtswissenschaftler lehrte von 1981 bis zu seiner Emeritierung 2012 an der Münchener Universität der Bundeswehr Neuere Geschichte. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf dem Gebiet der Internationalen Beziehungen, der israelischen und deutsch-jüdischen Geschichte sowie der historischen Demoskopie. Er ist Autor zahlreicher Bücher und schreibt für renommierte deutsche Zeitungen.

In seinem 2015 erschienenen Buch "Zum Weltfrieden" analysiert er die Situation in aktuellen und potenziellen Krisengebieten der Erde, indem er der politischen Geografie (Staatsgrenzen) die Folie der Bevölkerungsstruktur (demografische Geografie) unterlegt. Die sich ergebenden "Röntgenbilder" zeigen, dass nachhaltige Lösungen nur auf einem Föderalismus-Prinzip beruhen können. Dieses müsse - auch grenzüberschreitend - auf der weitgehenden Unabhängigkeit einzelner Einheiten oder Gemeinschaften aufbauen. Wolffsohn plädiert für radikales Umdenken: weg vom traditionellen Staatenmodell, hin zu föderativen Strukturen!!