01. Januar 2017

Populismus bedeutet Anbiederung

Mit dieser These des Ex-Abtprimas der Benediktiner, dem 1940 in Bad Grönen- bach geborenen Notker Wolf (76), der im Oktober 2013 TiB-Gast in der Fest- halle war, betitelt, veröffentlichte die Augsburger Allgemeine genau zum Jahreswechsel passend, in ihrer Silvesterausgabe ein umfassendes Interview, in dem sich der hochgebildete intellektuelle Geistliche zu großen Fragen und Problemen unserer Zeit äußert. Hier eine kleine Auswahl seiner persönlichen Standpunkte:

Wolf rechnet "keineswegs" damit, dass das neue Jahr besser wird als das alte es war. Was das Problem der Integration der vielen Zuwanderer betrifft, sagt er: "Das ist ein langwieriger Prozess, den kann man nicht von heute auf morgen bewerkstelligen". Und dann weiter: "Wir sind nun einmal mit anderen Mentalitäten konfrontiert. Wir müssen die zu uns gekommenen Menschen herausfordern, damit sie irgendwann in der Lage sind, sich selber zu helfen. Sie dürfen nicht ewig bei uns am Tropf hängen".

Verständnis äußert Wolf dafür, dass sich nach den jüngsten Anschlägen viele Menschen um ihre Sicherheit sorgen. Im Zusammenhang damit hofft er, dass die Politik "vielleicht wegen der AfD" (Alternative für Deutschland) jetzt endlich aufgewacht ist".

Mit der konkreten Frage "Wo sehen Sie die Grenze zwischen Volksnähe und Populismus?" konfrontiert, antwortete der jetzt in seinem Heimatkloster St. Ottilien bei Landsberg am Lech Lebende: "Populismus bedeutet Anbiederung ans Volk. Etwas ganz anderes ist es, das Volk und dessen Sorgen ernst zu nehmen. Wir können nicht leugnen, dass viele Menschen Angst um ihre Zukunft haben".

Verständnis hat Wolf auch für die Angst vor der Islamisierung unseres Landes und begründet es damit, dass "zu viele Muslime dieses Ziel bewusst auf ihre Fahnen schreiben. Die Weltislam- konferenz hat schon in den 70er und 80er Jahren die Islamisierung Europas auf die Tagesordnung gesetzt".

Das ganze Interview ist bei www.augsburger-allgemeine.de im Internet auffindbar und nachlesbar.