Der heute katholische Theologie studierende frühere NPD-Aktivist und einstige Nachwuchsstar Stefan Rochow, der Juli 2013 beim TiB zu Gast war, hat kürzlich auf der Synode des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises in Greifswald gesprochen. Extremismus und Fremdenfeindlichkeit waren die Schwerpunktthemen der Synode.
Obwohl er heute so offen darüber rede, sagte der aus christlichem Elternhaus stammende Rochow, falle es ihm nicht leicht, über seine rechtsextremistische Vergangenheit zu sprechen. Rückblickend sehe er sich nie als Opfer, das da irgendwie reingeraten sei, sondern als Täter: "Ich war jemand, der das, was er sagte, auch so meinte. Ich war Täter".
Inzwischen habe er die Erfahrung gemacht, dass Rechtsextremismus vielfach auch in der Mitte der Gesellschaft zu finden ist. "In geschützten Räumen, wie bei den Burschenschaften, wird oft gesagt, was auch die NPD sagt, auch von Akademikern", hat Rochow erlebt. Für die Kirche fordert er als Hauptaufgabe, den Extremisten ganz offen gegenüber zu treten. Das setze aber voraus, dass die Kirche stets glaubwürdig sein muss.