12. November 2014

Rosetta besucht Tschuri

Als der frühere deutsche Langzeit-Astronaut Thomas Reiter April 2008 "vom All ins Allgäu" nach Leutkirch zu Bernd Dassel in den "Talk im Bock" kam, hatte er 171 Tage an Bord der Raumstation ISS in der Schwerelosigkeit des Alls verbracht. Zehn Jahre zuvor schon hatte er gar 179 Tage in der russischen Raumstation MIR verbracht. Heute arbeitet der jetzt 56-Jährige als Direktor für bemannte Raumfahrt und Missionsbetrieb bei esa in Darmstadt. Dort brach heute großer Jubel aus, denn 10 Jahre, 8 Monate und 10 Tage nach dem Raketenstart ist es erstmals gelungen, ein Landegerät mit einem Mini-Labor auf einem eine halbe Milliarde Kilometer von der Erde entfernten Kometen namens "Tschuri" aufzusetzen. Wie das HANDELSBLATT brandaktuell berichtet, vergleichen Experten diesen Erfolg mit der Mondlandung Armstrongs 1969.

"Wir hoffen auf Antworten zum Ursprung des Lebens auf der Erde", meinte der esa-Direktor. Die Gesamtkosten der Mission betragen über 1 Milliarde Euro. Deutschland hat sich mit rund 300 Millionen Euro an den Kosten beteiligt.

Das Labor war huckepack mit der Sonde "Rosetta" durch das All gerast und dann ausgesetzt worden. Die letzten 22,5 Kilometer legte "Philae" in gemütlichem Fußgängertempo zurück, bevor es seine drei spinnenartigen Beine ausfuhr. Auf denen steht es jetzt auf der Oberfläche des Kometen, um dort voraussichtlich 62 Stunden lang zu arbeiten.