24. Januar 2016

Roth verteidigt Merkel

Als damalige Bundesvorsitzende der Grünen war Claudia Roth (60) Ende Januar 2007 Bernd Dassels Talk-Gast in der Mensa Cubus. 2013 stieg sie aus der aktiven Parteipolitik aus. Jetzt amtiert sie als Bundestags-Vizepräsidentin. Ihren Überzeugungen ist sie in vollem Umfang treu geblieben, was auch ihr aktuelles Interview mit der Augsburger Allgemeine beweist. Darin verteidigt sie die wegen ihrer Flüchtlings- und Asylpolitik der offenen Grenzen immer heftiger umstrittene Kanzlerin. Zugleich beklagt sie eine "bodenlose Verrohung" in der Flüchtlingsdebatte.

Ganz besonders beklagt sie die Schärfe, mit der die Flüchtlingsdebatte derzeit geführt wird. Es gebe "blinden Hass, eine bodenlose Verrohung bei öffentlichen Diskussionen, vor allem im Internet". Dagegen müsse man aufstehen, weil es inzwischen ein Ausmaß erreicht habe, das auch für Roth neu ist. Der Hass artikuliere sich hysterischer und enthemmter. Daher fordert sie, dass gegen soziale Netzwerke wie Facebook endlich konsequent durchgegriffen werden müsse.

Zur Verteidigung der Kanzlerin Merkel, die immer mehr isoliert, immer stärker unter Druck gesetzt wird, sagte Roth: "Sie hatte vergangenen September keine andere Wahl als angesichts der katastrophalen Lage in Ungarn die Grenzen zu öffnen". Es folgt die rhetorische Frage, ob sie danach wohl hätte sagen sollen: "Wir schaffen das nicht"?