Diese Saison ist der frühere Ulm-, Stuttgart-, Hoffenheim- und Schalke-Trainer Ralf Rangnick (58), der im Mai 2012 TiB-Gast von Rolf Schneider war, als Sportdirektor bei RB Leipzig unter Vertrag. Erst vor sieben Jahren gegründet, ist der Verein Jahr um Jahr ständig nur aufgestiegen. Nach dem heutigen 3:1 Heimsieg (Halbzeit 3:0) über den FSV Mainz 05 stehen die "Roten Bullen" aus der sächsischen Messestadt mit dem übermächtigen FC Bayern punktgleich auf gleicher Augenhöhe an der Spitze der Fußball-Bundesliga. Damit sind die Zeiten, in denen die Bayern jahrelang ein einsames Rennen zum Meistertitel gefahren sind, zumindest vorerst vorbei. Rangnick sei Dank, dass nach langen Jahren endlich auch mal wieder Spannung an der Tabellen- spitze aufkommt! Wenn es drei Tage vor Heiligabend in der Allianz-Arena zum Duell der Giganten kommt, wird man sehen, wer wen in die Schranken weisen kann.
Oliver Fritsch veröffentlichte diese Tage in ZEIT ONLINE einen Artikel über Rangnick, der den Titel "Vielleicht hat er doch recht" trägt. Im Untertitel konstatiert er, dass RB Leipzigs "Gegenwart wunderbar" ist. Doch irgendwann würden sich zwei Fragen stellen: Wie hoch hinaus will Red Bull? Und: Gewinnt Ralf Rangnicks radikaler Fußball erstmals Titel?
Wer im Fernsehen genau hinsieht und beobachtet, dem dürfte sich noch eine dritte Frage stellen: Wie lange macht das der vom FC Ingolstadt geholte österreichische Erfolgstrainer Ralph Hasenhüttl eigentlich noch mit? Rangnick ist nämlich in allen Gassen derart präsent und auch im Stadion so hautnah an der jungen Mannschaft dran, dass es aussieht, als sei er, all- und übermächtig hoch über Hasenhüttl thronend, auch der eigentliche Trainer...