Thematisch genau zu dem heute gemeldeten Abbruch der Syrien-Gespräche mit Russland durch die USA passend, brachte DER SPIEGEL in seiner Nummer 39 am 24. September einen Leitartikel seines Nahost-Experten Christoph Reuter, der im Mai 2013 im Bocksaal mit Raimund Haser getalkt hat. Der Titel von Reuters Text lautet "Counter-Strike" und der Untertitel formuliert die These: Solange Russland Assad gewähren lässt, kann es in Syrien keinen Frieden geben. Hier die markantesten Aussagen des Autors:
Solange Russland die offenkundigsten Fakten einfach leugnet, bleiben Assads Verbrechen folgenlos. Die UNO kann nur so stark sein, wie ihre Mitglieder sie sein lassen. Solange Russland fest zu Assad steht, ist die UNO in Syrien von ihm abhängig.
Und an anderer Stelle wagt Reuter die These, dass Moskau Schach spielen wolle, Damaskus jedoch nur "Counter-Strike". Das russische Paradoxon: Moskaus Militärintervention hat das syrische Regime so stark gemacht, dass es sich nun selbst gegen den Kurs seines Patrons stellt. Nämlich in der Annahme, dass Russland es nicht fallen wird. Dafür hat der Kremel zu viel in Assads militärisches Überleben investiert.