Wenn im Herbst die Jubiläumsausgabe ausgestrahlt wird, dann hat Ulrike Folkerts (53) als burschikose Kommissarin Lena Odenthal 25 Jahre "Tatort" der ARD auf dem Buckel. Wie schon im Weihnachts-TiB 2010, hat sie sich jetzt im Vorfeld des Jubiläums als Schauspielerin von einer ganz anderen Seite gezeigt: in der ZDF-Romanze "Ein Sommer in Amsterdam". "Es macht Spaß, mal in Richtung Schnulze voll auf den Putz zu hauen", sagte sie in einem Interview kurz vor der Ausstrahlung.
So verkörpert sie in diesem Herzschmerzfilm die Designerin Mia, deren erwachsene Tochter bei einem Unfall ums Leben kam. Trost suchend reist sie nach Amsterdam, wo sie einst vor 20 Jahren einmal eine Eizelle gespendet hatte. Sie findet tatsächlich das Kind, das sich aus ihrer Zelle entwickelt hat. Dazu noch, wen wundert's, die große Liebe, ausgerechnet mit dem, der eigentlich der Bösewicht ist.
In der Kritik schnitt die Komödie eigentlich recht gut ab. So schreibt Petra Koruhn in der WAZ: "Wer Kitsch mag, findet das Drehbuch originell". In ihrem Verlauf werde aus der Rührstory eine unterhaltsame Beziehungskomödie, die "in den viel zu offensichtlichen Irrungen und Wirrungen" aber nicht untergehe, was an den "süffigen Bildern der Grachten- und Gauklerstadt" läge. Es habe pfiffig frische Dialoge gegeben, wenn z.B. Freundin Hetty bemerkt: "Da kommt die bekloppte Ei-Spenderin", um dann festzustellen: "Du bist in Amsterdam und hast das Ei gefunden". Fazit: Mit ihrem Egoptrip passt Ulrike Folkerts gut zum flippigen Flair der Stadt der Künstler.