Am morgigen Montag starten die diesjährigen Bayreuther Festspiele auf dem Grünen Hügel, die die Wagnerstadt für rund vier Wochen zur musikalischen Weltstadt auf Zeit machen. Im Vorfeld der Premiere, zu der viel Prominenz wie Angela Merkel, Markus Söder oder Thomas Gottschalk erwartet wird, zogen dieses Mal sprichwörtlich dunkle Wolken über dem weltweit bekannten Musentempel auf. Es gab und gibt ganz schön Zoff, weil einige Sexismus-Vorwürfe laut geworden sind. Sie berichtete es zuerst die oberfränkische Lokalpresse Nordbayerischer Kurier.
Die Rede ist von körperlichen Übergriffen auf Frauen, Beleidigungen und sexistischen Sprüchen. Selbst Geschäftsführerin Katharina Wagner bestätigte, davon persönlich betroffen zu sein. Sie habe als Intendantin der Festspiele "sexuelle Anzüglichkeiten und teilweise Übergriffe in gewisser Weise" erlebt. Sie habe sich nach eigenen Worten aber zu wehren gewusst. "Touchy, touchy", sagte eine andere Betroffene, "für manche von uns ist das Alltag".
Neben anderen namhaften Persönlichkeiten äußerte sich auch Kulturstaatsminsterin Claudia Roth (66), unser TiB-Gast von Januar 2007 zu diesen Vorgängen. Ihren Worten zufolge müsse man die Vorwürfe und Berichte über Sexismusvorwürfe ernst nehmen. Roth wörtlich: "Ich gehe davon aus, dass die Leitung der Bayreuther Festspiele den Vorwürfen mit Nachdruck nachgehen und die nowendigen Konsequenzen ziehen wird. Sexuelle Übergriffe, egal ob verbal oder körperlich, sind absolut inakzeptabel und dürfen nicht ungeahndet bleiben".