28. März 2016

Sie lassen sich nicht abbringen

Schon zu Monatsbeginn folgte die für RTL tätige renommierte Krisen- und Kriegsreporterin Antonia Rados (62), die April 2011 bei Bernd Dassel im TiB zu Gast war, einer Einladung der Kulturstiftung nach Abtsgmünd, um in der Kochertal-Metropole zur aktuellen Lage in Nahost und die Auswirkungen auf Deutschland und Europa zu referieren. Wie schwäbische.de berichtete, ist Rados derzeit im Iran unterwegs.

Diesen Trip begründet sie damit, dass man am Iran nicht vorbeigehen könne, weil er in der Region ein einflussreiches Land ist. Wegen der dortigen Parlamentswahlen bekomme "die Bevölkerung die Möglichkeit, zwischen mehr oder weniger Öffnung gegenüber dem Westen zu bestimmen". Im Zuge der derzeitigen Flüchtlingskrise seien laut Rados 2015 auch rund 15.000 Menschen aus Iran geflohen. Es handele sich vorwiegend um junge Leute unter 30, denn "wer jung ist, will eine bessere Zukunft, egal zu welchem Preis".

Angesichts der ständig zu sehenden Bilder, dessen zeigte sich Rados sicher, könne sich jeder vorstellen, was diese Leute mitgemacht haben müssen. Sie selbst staunte bei eigenen Kontakten mit den Flüchtlingen, wieviel Energie die Menschen mitbringen: "Sie haben ein Ziel vor Augen und lassen sich davon nicht abbringen". Dabei gehe es ihnen nicht darum, reicher zu werden, sondern um Sicherheit. Wegen der Bombenangriffe des Assad-Regimes und der Gefahren von Seiten des "IS" gebe es in Syrien keine Sicherheit. In Unsicherheit zu leben, mache die Leute krank. Sie wisse sehr gut, wovon sie spreche, denn "Kriegsreporter leben genauso in ständiger Angst vor der nächsten Minute. Sowas zermürbt einen". Schließlich äußerte sich Rados zu der Frage, ob es möglich sei, Menschen an der Flucht zu hindern. Das verneinte sie: "Solange Krieg herrscht, werden die Menschen zu uns kommen wollen. Niemand wird sie davon abhalten können".