05. Juni 2014

Sie wissen nicht, was Frieden ist

Der 156. TiB Mitte Juli mit Avi Primor, Israels früherem Botschafter in Berlin, verspricht eine außerordentlich spannende Veranstaltung zu werden. Das lässt sein Auftritt neulich in Memmingen erwarten, bei dem er auf Einladung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft den aktuellen Stand des Nahostkonflikts referierte. Außerdem stellte er seinen Roman "Süß und ehrenvoll" vor.

Der September 2013 erschienene Roman spielt im vor 100 Jahren ausgebrochenen 1. Weltkrieg. Sein Titel geht auf das berühmte Zitat des römischen Klassikers Horaz "Süß und ehrenvoll ist es, für das Vaterland zu sterben" zurück. Der Autor führt nicht nur die Absurdität des Krieges vor Augen, sondern auch die Suche junger Männer nach Zugehörigkeit. "Die Juden stürzten sich leidenschaftlich in den 1. Weltkrieg, denn sie sahen ihn als Chance, sich als Patrioten zu beweisen", erklärte der Referent. Dadurch erhofften sie gesellschaftliche Anerkennung zu finden.

Laut Primor befürwortet mittlerweile die Mehrheit der israelischen Bevölkerung die Gründung eines Palästinenserstaats. Was dem Frieden jedoch nach wie vor im Wege stünde, sei das permanente Problem der Sicherheit. "Die Israelis, im Krieg geboren, im Kriegszustand geblieben, wissen nicht, was Frieden ist und wie er funktioniert".