Am gestrigen Dienstagabend war der jetzt 84-jährige Ex-Bundespräsident Joachim Gauck (TiB-Gast 2011) alleiniger Gast in der gleichnamigen ZDF-Talkshow von Markus Lanz. Dabei fand er, wie das Internet-Portal GMX befindet, sehr deutliche Worte: zum russischen Krieg in der Ukraine und zum Krieg im Nahen Osten. Aber auch zum Aufstieg von Rechtspopulisten in Europa, insbesondere zum Aufstieg der AfD in Deutschland. Sie nennt sich zwar Alternative für Deutschland, allerdings ist sie mitnichten eine solche.
Was den Angriffskrieg Russlands in der Ukraine betrifft, sagte Gauck: "Dieses Russland ist nicht anschlussfähig an dieses Europa". Mit nachdenklichem Blick auf den Nahost-Konflikt sagte der 1940 geborene Hanseate: "Wir Deutschen sind in einer besonders schwierigen Situation". Deutschland dürfe das allerletzte Land sein, "das die Solidarität mit Israel verlässt. Das geht nicht". Weil man mit einer historischen Schuld beladen ist, sagte er und fügte hinzu, "dass es nicht die Aufgabe Deutschlands sei zu sagen: Was Israel tut, können wir alles nachvollziehen". Auch Gauck habe große Schwierigkeiten mit der Poltik Benjamin Netanjahus.
Von Lanz auf die angebliche Sympathie vieler Ostdeutscher mit Russland angesprochen, kritisierte der Ex-Bundespräsident und Vorgänger Walter Steinmeiers: "Dass ein Teil der ostdeutschen Bevölkerung so blind und so taub ist, das ist eine Schande". Nachdenklich ergänzte er dazu: "Wir haben eine große Minderheit, die durch Erfahrungen der Unterdrückung befangen ist. Und die sich fürchten, sich mit denen anzulegen, die früher Macht über uns hatten".