17. November 2015

Stimmung wird kippen

Zwei Tage nach der terroristischen Anschlagserie in Paris, der 129 Menschen zum Opfer fielen, hat RTL-Reporterin Antonia Rados (62), die im April 2011 Gast beim "Talk im Bock" in der Mensa war und den Nahen Osten kennt wie kaum ein zweiter Reporter, ein umfassendes Interview gegeben. Der TV-Nachrichtenkanal n-tv hat es im Wortlaut veröffentlicht.

Die selbst in Paris lebende gebürtige Kärnternerin ist sich sicher, dass dort und in ganz Frankreich die Stimmung kippen wird. Dazu führte sie wörtlich aus: "Ich glaube, jeder in Paris hat gemischte Gefühle. Im Januar nach den Anschlägen auf 'Charlie Hepto' hatte man eher das Gefühl, es geht trotzdem weiter, wir trotzen dem Terror. Das ist jetzt aber schon der zweite Anschlag. Die Stimmung wird sicherlich kippen. Das heißt, in Frankreich wird es sehr schwierig sein, die nationale Einheit aufrecht zu erhalten. Es ist zu befürchten, dass Frankreich ein gespaltenes Land wird und Fragen aufkommen, wie man mit diesem Terror umgeht".

Außerdem wirft Rados weitere Fragen auf: "Sollen wir eine harte Politik machen? Sollen wir mehr in den Vorstädten machen, wo der Terror auch immer wieder Anhänger findet? Was ist die Lösung für dieses Problem? Und nicht vergessen: Frankreich ist ein Land in der Krise. Nicht nur wegen der Terroranschläge, auch wirtschaftlich".

Gefragt, ob man den IS anders bekämpfen kann als mit Gewalt, antortet Rados: "Eine politische Lösung wäre im Moment wichtiger als zusätzliche Kriege zu führen. Um eine Organisation zu bekämpfen, die keine Kriegspartei, sondern eine Terrororganisation ist, muss man die richtigen Mittel finden, um diese Organisation zu bekämpfen".