Wer immer sich noch nicht richtig über die IS-Milizen (Islamischer Staat) im Irak und Syrien informiert haben sollte, dem sei ein von SPIEGELONLINE veröffentlichter Bericht von Christoph Reuter empfohlen, der im Mai-TiB 2013 bei Raimund Haser zu Gast war. Der Vorspann seines Artikels lautet: Die irakische Armee hat eine Offensive gegen die Terrormiliz gestartet. Doch sie hat es mit einem schwierigen Gegner zu tun: Die Dschihadisten mischen modernste Kriegstaktik mit apokalyptischen Angriffen - blitzschnell und skrupellos.
So etwas wie vor zwei Wochen habe Mahmoun trotz zwanzigjähriger Kriegserfahrung noch nie gesehen: "Sie kamen wie ein Schwarm, rasend, schießend, als ob nichts sie aufhalten könne. 70 bis 80 Wagen, davon etwa 50 gepanzerte Ungetüme. Der Rest seien Pick-Ups mit aufmontierten Maschinengewehren und Flugabwehrkanonen gewesen, die wie ein Kavalerieangriff im 7. Jahrhundert auf die Kleinstadt Mahmour zurasten. Tatsächlich hielt nichts die Sturmtruppen auf - bis auf den Hügel, wo sich kurdische Kämpfer der PKK verschanzt hatten". Sie erhalten jetzt Waffen aus den Beständen der Bundeswehr, um sich der bestialischen Horden dieser Terrorbanden erwehren zu können.
Ein Kämpfer der irakisch-kurdischen Truppen erinnerte sich: "Sie schickten erst mehrere Selbstmordattentäter mit sprengstoffbeladenen Wagen. Dann kam die Haupttruppe - und zwar so schnell nach den Explosionen, dass keiner reagieren konnte. Wer konnte, floh". Reuter spricht von Sturmattacken auf Feinde und Ungläubige, deren Männer nach Belieben umgebracht, deren Frauen vergewaltigt und versklavt werden. Wer sich nicht ergibt, werde belagert, von Strom, Wasser und Nahrungsversorgung abgeschnitten. Bis sie verdursten, so das Kalkül der Dschihadisten - oder sich ergeben und umbringen lassen.