Der 164. TiB kommenden Montag mit dem Chef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) verspricht sehr interessant zu werden, denn Dr. Eric Schweitzer scheut sich nicht, das Gegenteil von dem zu behaupten, was Deutschlands Manager als Jünger des Zeitgeistes und des Mainstreams mehrheitlich meinen. Im Unterschied zu ihnen, die sich zu drei Vierteln noch mehr so genannte Akademiker wünschen, spricht er in DIE WELT von "Überakademisierung" und fordert folgerichtig eine Reduzierung des Angebots an Studienplätzen.
Schweitzer begründet seine Forderung damit, dass die hohe Zahl von Erstsemestern (über 508.000 im Jahr 2013) zulasten anderer Ausbildungen gehe. Außerdem liege - trotz Bachelor - die Abbrecherquote mit 30 Prozent zu hoch. Und viele Absolventen seien nicht fit genug für die Arbeitswelt.
Vor allem kleine Firmen sind einer DIHK-Umfrage zufolge enttäuscht. Aus ihrer Sicht verlassen zu viele Theoretiker die Hochschulen. Sicherlich seien sie kluge Köpfe, aber nicht ausreichend auf den Arbeitsalltag vorbereitet. Die Unternehmen wünschen sich mehr Praxisorientierung der Studiengänge.