In der Flüchtlingsdebatte könne man nicht länger von einer Herausforderung sprechen, sagte CDU-Bundestagsabgeordneter Wolfgang Bosbach (63), der im Januar 2014 TiB-Gast war, jetzt in einer Sendung des NDR. Viele Städte und Gemeinden stünden vielmehr vor einer Überforderung. Dennoch geht der langjährige Vorsitzende des Innenausschusses davon aus, dass Kanzlerin Merkel bei ihrer "Politik der offenen Grenzen" bleiben wird.
Bosbach befürchtet aber, dass Deutschland ganz alleine nicht schaffen kann, was 28 EU-Staaten eigentlich gemeinsam schaffen müssten. Die bisherigen Maßnahmen reichen seiner Meinung nicht aus: "Ich merke nicht, dass etwas passiert, was wirklich Wirkung zeigt".
Ferner sagte "Wobo", dass es wichtig sei zu wissen, wer nach Deutschland einreist. Deshalb seien Kontrollen schon an der Grenze nötig. "Im Moment haben wir keine Grenzkontrollen, die diesen Namen verdienen. Wir bemühen uns eher darum, die irreguläre Migration zu organisieren und zu registrieren".
Über seinen gestrigen Auftritt in der ZDF-Sendung "Menschen bei Maischberger" wird ihm vom Kölner Anzeiger ein gutes Zeugnis ausgestellt. Dem routinierten Politiker sei die konkreteste Antwort auf die Frage gelungen, ob die Terroranschläge von Paris alles ändern würden: "Ein klares Nein". Er habe die Erfahrung gemacht, dass nach solchen Katastrophen ein Vier-Stufen-Programm abläuft: Erst verbreite sich Angst, ihr folge die Forderung nach Konsequenzen. Und am Ende bleibe alles, wie es war.