22. Mai 2018

Üble Verleumdung

Die einstmals große, sehr beliebte und vor allem wegen ihrer liberalen Ausrichtung renommierte Süddeutsche Zeitung hat ihren über Jahrzehnte langjährig tätigen Karikaturisten Dieter Hanitzschgeschasst. Und zwar wegen einer Karikatur, die als angeblich antisemitisch kritisiert wurde. Zum Kreis solcher Kritiker gehört auch der jetzt 71-jährige deutsch-jüdische Historiker und Publizist Professor Michael Wolfssohn, der im Januar 2016 im TiB zu Gast war.

Währund sich SZ-Chefredakteur Wolfgang Krach bereits zuvor für die Karikatur entschuldigt hatte, erklärte der betroffene Hanitzsch (85) seinerseits, der Vorwurf, dass man die Zeichnung als antisemitisch auffassen könnte, treffe ihn nicht. So sehe er auch keinerlei Grund, sich dafür zu entschuldigen. Schließlich wolle er als Deutscher Netanjahus Politik kritisieren können.

Wolfssohn ließ verlauten, diese Zeichnung hätte auch im "Stürmer", einer Nazi-Zeitung im Dritten Reich, stehen können. Dazu äußert Hanitzsch: "Das ist das Schlimmste, was man einem Zeichner unterstellen kann, und eine üble Verleumdung. Das ist ein unsäglicher, unglaublicher Vorwurf. So geht es nicht".