21. August 2017

Umeinander streitende Schiedsrichter

Als Herbert Fandel im Juni 2010 TiB-Gast von Bernd Dassel war, war der Bitburger nicht nur einer der profiliertesten deutschen Bundesliga-Referees, sondern Chef des DFB-Schiedsrichterausschusses. Jetzt wurde er zusammen mit dem anderen früheren Schiri-Chef Hellmut Krug von Manuel Gräfe, dem aktiven Schiedsrichter aus Berlin, der seit 2004 in der Bundesliga tätig ist, massiv angegriffen. Zugleich das deutsche Schiedsrichterwesen massiv erschüttert. "Es ging zu oft nach Gusto und nicht nach Leistung", sagte Gräfe dem Tagesspiegel.

In Bild am Sonntag legte Gräfe noch nach: "Diese Vetternwirtschaft sollte aufhören". Nachdem Fandel zurückgetreten und Lutz Michael Fröhlich dessen Nachfolger als Vorsitzender der Schiedsrichterkommission ist, geht es nach Gräfes Einschätzung nach Leistung. Er führte das Beispiel des Ex-Referees Babak Rafati an, der die Atmosphäre unter Fandel und Krug als so bedrückend und belastend empfand, dass er sich das Leben nehmen wollte.

Nach Gräfes Sicht sei die Hochstufung von Bibiana Steinhaus zur ersten Bundesliga-Schiedsrichterin exemplarisch für die neue Herangehensweise unter Fröhlichs Führung. Die 38-jährige Hannoveranerin sagte im ZDF-Sportstudio dazu: "Das möchte ich gar nicht bewerten, weil ich gar nicht zurückgucken möchte".