03. Dezember 2020

Viel schlimmer als krank

Seit 20. November 2019 ist bis heute mehr als ein Jahr vergangen, ohne dass es wegen Corona noch einmal eine TiB-Veranstaltung gab. Bisher letzter TiB-Gast war der renommierte Psychiater und Bestsellerautor Manfred Lütz (66), der auch in dieser Zeit mit TV-Auftritten und Presseartikeln gehörig Schlagzeilen und auf sich aufmerksam machte, beispielsweise mit der neu betitelten Neuauflage seines Buches "Neue Irre! Wir behandeln die Falschen". Diese veränderte Neuauflage, so Lütz in der Augsburger Allgemeine, sei unumgänglich geworden, weil es heute viel mehr öffentliche Irre gäbe als jemals zuvor. Beispielhaft dazu nennt er die Namen "Trump, Bolsonaro und Co." Der Presseartikel trägt den Titel "Von Trump bis Kim Jong-un: Der Psychiater und Bestsellerautor legt die neuen Wahnsinnigen auf die Couch und analysiert typische Leiden von heute".

 

Laut Lütz gibt es mit dem Kanadier Trudeau und dem Franzosen Macron sowie Kanzlerin Merkel aber auch Spitzenpolitiker, die einen guten und gefestigten Eindruck auf ihn machen. Mit Nachdruck negiert er, dass der Ausdruck Narzissmus auf den amerikanischen Noch-Präsidenten Donald Trump passe. Der nämlich leide nicht und habe Freunde mehr als genug. Lütz wörtlich: "Trump ist nicht krank, sondern viel schlimmer: Er ist ein komplett unmoralischer Mensch". Er macht keinerlei Hehl daraus, dass er diesen Menschen "für richtig gefährlich" hält. Zu der Gretchen-Frage "Weiß Trump, was er tut?" antwortet Lütz: "Ich glaube, er ist nicht sehr intelligent". Er sei ja kaum in der Lage, mehr als ein DIN-A4-Blatt am Stück zu lesen. "Aber er ist schlau, durchtrieben, hat so eine Art Killerinstinkt, mit dem er die Schwachstellen seiner Gegner entdeckt und dann gnadenlos ausschlachtet".

 

Die Frage, ob Nordkoreas "kleiner dicker Raketenmann" und Diktator Kim Jong-un mit seiner Psyche kämpft, verneint er ohne Wenn und Aber. Konkret sagt er über ihn: "Irgendwie wirkt er fast kindlich, aber das täuscht.. Kim ist ein lächelnder Massenmörder und offensichtlich ja auch ein reueloser Brudermörder. Von seinem Vater hat er gelernt, dass man Angst verbreiten muss, um seine Macht zu erhalten. Das funktioniert bei ihm offenbar ganz gut".