24. November 2015

Weder Star noch Promi

"Mich mit meiner schwarzen Haut hätte er bestimmt auch erschossen!" Diese Worte sprach die jetzt 45-jährige Jennifer Teege, als sie im März 2014 Gast beim 152. "Talk im Bock" war. Mit "er" meint sie ihren Opa. Amon Göth war der als "Schlächter von Plaszów" bekannte sadistische KZ-Kommandant, jene Täterfigur, die jedem filmisch präsent bleibt, der einmal den Kinofilm "Schindlers Liste" gesehen hat. Was Göth wirklich gewesen ist, entdeckte seine Enkelin eher zufällig. Darüber sprach sie kürzlich im Freiburger Rotteck-Gymnasium, wie die Badische Zeitung berichtete.

Obwohl Teeges Geschichte ebenso bekannt wie bewegend ist, sieht sie sich weder als einen eitlen Star noch als funkelnden Promi. Der Schwerpunkt ihrer Auftritte liegt in der Erwachsenenbildung. In Schulen erzählt sie nur selten von jener Entdeckung und allem, was daraus folgte.

Als wichtige Erkenntnis äußerte Teege in Freiburg: "Weder Schuld noch Charakter sind vererbbar". Junges und älteres Publikum seien hingerissen gewesen. Und der Büchertisch war sofort leergekauft.