Ulrike Folkerts' letzter "Tatort"-Krimi wurde mit viel Vorschusslorbeeren angekündigt. So hieß es in BUNTE unter dem Titel "Sexfalle im Tatort 'Roomservice'", dass ihr neuer Fall pikant werde, denn Lena Odenthal ermittelt "in einem Sexskandal, der weite Kreise zieht und sogar an den Fall Dominique Strauß-Kahn erinnert". Und tatsächlich haben sich die Krimi-Macher am Fall des früheren IWF-Direktors orientiert. Der "verzwickte Fall mit realen Bezügen und einem feministischen Touch" sei für Folkerts, die Dezember 2010 im TiB zu Gast war, "wie gemalt". Eine gute Quote dürfte ihr damit sicher sein.
Wie sich am Tag danach zeigte, war die Quote mit 9,63 Millionen Zusehern (stattliche 27,9 Prozent) tatsächlich wirklich gut, die Kritiken jedoch fielen sehr durchwachsen, wenn nicht sogar ernüchternd aus.
So kritisiert Holger Gertz in SÜDDEUTSCHE ZEITUNG, dass das "ewige Suhlen in den Lebenskrisen der Kommissarin" den Film "schwer erträglich" mache. Außerdem habe es mit dem "albernen Psychologen", dem "ewigen Kopper" (Andreas Hoppe) und der Fallanalytikerin Johanna Stern "nur Nervensägen" gegeben. Die Kritik endet damit, dass Kopper zu Lena sagt: "Eine Ära geht zu Ende". Und Lena zu Kopper: "Ein Ende ist auch immer ein Anfang". Der Kritiker dann: "Wenn sie das ehrlich meinen, wäre es ein Versprechen".