Am heutigen Montag sind auch in der bayerischen staatstragenden Partei CSU die Würfel darüber gefallen, wer den bisherigen Ministerpräsidenten Horst Seehofer nach Berlin begleiten und im neuen Kabinett Merkel einen Minister- sessel besetzen wird. Es sind dies Dorothee Bär als Staatsministerin im Kanzler- amt für Digitales. Außerdem Andreas Scheuer als neuer Verkehrsminister. Schließlich auch wieder Dr. Gerd Müller (TiB-Gast im September 2016) als alter und neuer Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Seehofer selbst ist künftiger Innenminister.
Wie der Berliner TAGESSPIEGEL schreibt, hat der jetzt 62-jährige Müller das Entwicklungsminis- terium auf eine Weise sichtbar gemacht, wie das zuvor nur Carl-Dieter Spranger in den 90er Jahren geschafft hat. Dabei habe ihm auch der Umstand geholfen, dass sein Ressort als Folge der Flüchtlingskrise neu ins Blickfeld geraten ist. Entwicklungspolitik spielt bei der Bekänpfung von Fluchtursachen auf einmal eine zentrale Rolle.
Ohne großes Aufhebens vertritt Müller eine andere Linie als die dominierende Grenzen-dicht-Fraktion. Weil er Hilfe für Menschen in Not ohne Ansehen ihrer Herkunft als erste Christenpflicht versteht, betrachte er Merkel keineswegs als Unglück. Er mache auch keinen Hehl daraus, dass er Abschottung für völlig aussichtslos hält. Merkel schätzt den Mann. Daher habe seine Positio- nierung jetzt zu seiner Weiterbeschäftigung beigetragen.