In einem Interview des Nachrichtenmagazins SPIEGEL gefragt, was er in seiner restlichen Amtszeit bis Ende September als Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung noch ändern würde, wenn er einen Wunsch frei hätte, gab Dr. Gerd Müller (65), der im September 2016 zum Talk im Bocksaal zu Gast war, diese Antwort: "Ich wünsche mir, dass alle Entwicklungsländer im Lauf dieses Jahres Zugang zu Covid-Impfstoffen bekommen. Dazu muss die WHO (Weltgesundheitsorganisation) mit Covax ein Weltimpfprogramm umsetzen. Aber es fehlen rund 20 Milliarden Dollar - für die Produktion und weltweit gerechte Verteilung von Covid-19-Impfstoffen, für Diagnostika und Therapeutika. Wir müssen begreifen: Das Virus kann nur weltweit bekämpft werden - oder gar nicht".
Der CSU-Bundesminister hält es für extrem ungerecht, dass 70 Prozent der Impfungen bisher in den zehn reichsten Ländern stattgefunden haben. Deswegen fordert er, dass auch die Entwicklungsländer ausreichend Zugang zu Impfstoffen bekommen müssen. deshalb habe er die G7-Staaten aufgefordert, die bestehende Finanzierungslücke bei der globalen Impfplattform Covax schnell zu schließen. Gleichzeitig sollten Länder, die sich Überkapazitäten gesichert haben, diese über Covax mit ärmeren Ländern teilen.
Gefragt, ob das auch auf Deutsch zutreffe, antwortete der bald aus dem Amt scheidende Minister: "Derzeit haben wir keine Überkapazitäten, jedoch könnte ab Herbst eine solche Situation eintreten". Er vertritt die Auffassung, dass Deutschland als einer der größten Geldgeber für die globale Impfkampagne bereits ausgeprägt solidarisch ist und handelt.