19. November 2017

Weniger als 3 Prozent

Maybrit Illner (52), mit ihrer gleichnamigen donnerstäglichen Talkshow über all die langen Jahre zu einem das Zweite Deutsche Fernsehen prägenden Gesicht gereift, war bereits im Mai des Jahres 2005 TiB-Gast von Bernd Dassel. Jetzt tauchte in der Tagespresse eine dpa-Meldung über die renommierte Talkerin auf. Sie wehrt sich gegen sie erhobene Vorwürfe, vor der Bundestagswahl vom 24. September zu viele AfD-Politiker eingeladen und damit zum guten Abschneiden der bei den anderen Parteien sehr verhassten neuen Partei im Bundestag beigetragen zu haben.

Dem Magazin journalist sagte Illner: "Die AfD und ihre Vertreter mussten ab 2016, in Zeiten von Pegida, Köln, zweistelligen Wahlergebnissen und brennenden Flüchtlingsheimen, kritisch befragt werden". Ignorieren sei keine Alternative gewesen. Aber zwischen Ignorieren und Hofieren lägen ein paar journalistische Möglichkeiten. Von Januar 2016 bis zur Wahl seien von 400 Gästen elf von der AfD gewesen. Das sind knapp weniger als drei Prozent.

Ob Illners Kritiker schon einmal einen Gedanken darauf verwendet haben, dass sie mit ihren Anwürfen der AfD nicht noch mehr Wähler in die offenen Arme treiben?