Inmitten der anhaltenden Corona-Krise hat dieser Tage unser TiB-Gast vom Februar 2012, der Chef des Schmierstoff-Herstellers Liqui Moly, Ernst Prost (63), viele spektakuläre Schlagzeilen gemacht. So titelte beispielsweise die Schwäbische Zeitung mit "Schlachtross im Schloss". Im Untertitel hebt das Blatt hervor, dass sich der "Ölprinz" ganz und gar mit Haut und Haar dem Kampf gegen die Corona-Pandemie verschrieben hat.
So sehr, dass er nur noch wenige Stunden, in der Regel zwischen zwei und fünf Uhr schlafe, wie es der Multimillionär der SchwäZ verriet. Er versuche dort zu helfen, "wo es am meisten brennt". Zweifel kennt der kernige Bayer nicht. Kompromisse macht er höchst ungern. Was treibt den Bewohner eines Schlosses, der in ärmlichen Verhältnissen aufwuchs, also an, derzeit sogar auf sein Gehalt zu verzichten und damit ein wirklich rühmliches Zeichen zu setzen?
Für ihn geht es darum, jetzt das Richtige zu tun. Was das Richtige ist, darüber lässt er keine Zweifel aufkommen. Den Menschen zu helfen, denen es - krisenbedingt - echt dreckig geht, zu helfen. Er sorgt dafür, dass sein Gehalt gespendet wird. Seine Mitarbeiter bekommen einen Corona-Bonus von je 1.500 Euro. Ins schwer Corona-gebeutelte Norditalien floss unlängst Geld aus der Unternehmens- und seiner Privatkasse. Millionenschwere Sachspenden (Öle, Schmierstoffe) gingen an Rettungsdienste. "Mir macht es Spaß", sagt Prost auf die Frage, warum er sich dem Kampf gegen das Virus verschrieben habe. Er fühle sich vital wie lange nicht - "wie ein junger Hund". Und wird dabei gleichsam nachdenklich.