Seit dem Jahr 2000 war der 1940 im Unterallgäuer Bad Grönenbach geborene Notker Wolf (76) Abtprimas der Benediktinischen Konföderation mit Sitz in Rom und damit ranghöchster Repräsentant des Ordens. Jetzt ist er im Ruhe- stand und lebt seit vier Wochen wieder in seiner alten Heimat, der Erzabtei Sankt Ottilien im oberbayerischen Landkreis am Lech. Schon vor seinem Auszug nach Rom war er von 1977 bis 2000 dem Kloster als Erzabt vorgestanden.
Im Oktober 2013 war er TiB-Gast von Raimund Haser in der Festhalle. Unvergesslich, wie er damals zu seinem Instrument griff und mit der TiB-Kultband Just Friends mit- und querflötete. In einem Interview mit Tilman Kleinjung stand er dem Bayerischen Rundfunk neulich Rede und Antwort.
"Wer kann diesen Mann stoppen?" Das war die Frage, die Papst Franziskus bei Wolfs Verabschiedung aus Rom aufwarf. Gefragt, wo seine Heimat sei, antwortete das "Kriegskind": Weil Heimat immer mit Menschen zu tun hat, habe er sich überall in der Welt sofort in den Klöstern daheim gefühlt. "Da war der Stallgeruch, den es in keinem Hotel gibt".
Nein, nicht nur als Buchautor ist Wolf nicht zu stoppen, auch nicht als Musiker. Wie damals in der Festhalle, flötete er auch jetzt zu guter Letzt wieder quer, improvisierte und ließ schließlich den Brahmsschen Liedklassiker "Guten Abend, gut Nacht" vom Stapel.