Die in Berlin erscheinende sozialistische Tageszeitung neues deutschland kommentiert die Zusage des Auswärtigen Amts, das für ärmere Länder in deren Kampf gegen das Coronavirus 300 Millionen Euro als humanitäre Hilfe zugesagt hat, als einen Akt der Solidarität. Schon Ende März hatte UN-Generalsekretär Guterres an die Weltgemeinschaft appelliert, in den Norhilfefonds der UN einzuzahlen. Damit soll den Ländern unter die Arme gegriffen werden, die sich bereits inmitten humanitärer Krisen befinden. Dabei veranschlagte er mindestens zwei Milliarden Dollar.
Die Zusage des Auswärtigen Amts schließt sich an andere an. Zum Beispiel hat Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller (TiB-Gast im September 2016) ein Sofortprogramm über eine Milliarde Euro aufgelegt. Außerdem fordert er drei Milliarden Euro mehr im anstehenden Nachtragshaushalt und setzt sich auch für einen Schuldenerlass für die 47 ärmsten Länder ein.
Jedoch fragt das Berliner Blatt, warum die Bundesregierung nicht einmal auf EU-Ebene einen Vorstoß unternimmt, um angesichts der weltweiten Pandemie die Camps auf den griechischen Inseln zu evakuieren. Sie laufen große Gefahr, zu pandemischen Hotspots zu werden. Obwohl 42.000 Menschen zu evakuieren für die EU eigentlich ein Klacks sein müsste, hört man dazu von Maas und Müller dazu nichts als Schweigen.