13. Dezember 2024

Wenig Führung wie noch nie

Am vorgestrigen Mittwochabend war der frühere CSU-Bundesfinanzminister Theo "Braue" Waigel Gast bei Markus Lanz in dessen gleichnamiger ZDF-Talkshow. Der TiB-Gast von 2011 holte dabei zum großen Rundumschlag aus. Dem noch amtierenden Bundeskanzler Olaf Scholz attestierte Waigel "mangelnden Stil" - auch bei der Begründung des Rauswurfs von FDP-Finanzminister Christian Lindner. Nicht besser davon kam auch der Rest der kürzlich zerbrochenen Ampel-Koalition.

 

"So wenig politische Führung war noch nie in der Bundesrepublik Deutschland", kritisierte der jetzt 85-jährige Politveteran aus Seeg im Ostallgäu den Regierungsstil der Ampel-Koalition. In einer sehr schwierigen Situation, in der die Welt im Umbruch stehe, falle Deutschland als "Führungsmacht in Europa" aus.

 

Waigel unternahm in der Talkshow einen Rückblick auf längst verflossene frühere SPD-Kanzlerschaften wie die von Willy Brandt, von Helmut Schmidt und von Gerhard Schröder mit dessen Agenda 2010, die "eine große Leistung" von Schröder gewesen sei. Ihnen allen attestierte Waigel politische Führungsstärke - und die habe die letzten drei Jahre nicht mehr stattgefunden. Nach Waigels Überzeugung hätte Scholz schon 2019 alle Ämter aufgeben müssen, nachdem er die Wahl zum SPD-Vorsitzenden verloren hatte.